Stille Entzündungen (Silent Inflammation): Wenn das Immunsystem nicht mehr abschaltet
Inhaltsverzeichnis
- Was ist eine "Silent Inflammation" genau?
- Symptome: Wie merkt man eine stille Entzündung?
- Diagnostik: Wie sich stille Entzündungen im Blut nachweisen lassen
- Die Auslöser: Woher stille Entzündungen kommen
- Antioxidantien als Zellschutz bei stille Entzündungen
- Vitamin D und seine Rolle bei der Regulation des Immunsystems
- Omega-3-Fettsäuren und das optimale Fettsäureverhältnis
- Fazit: Stille Entzündungen erkennen und gezielt eindämmen
- Häufig gestellte Fragen zu stillen Entzündungen
- Gut versorgt mit Mikronährstoffen
- Literatur
Ständige Erschöpfung, eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte oder ein diffuses Ziehen in den Gelenken – solche unspezifischen Beschwerden können auf eine stille Entzündung hinweisen. Anders als eine akute Entzündung, etwa nach einer Schnittverletzung, bleibt sie über Jahre unbemerkt – und wird mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht. Erfahren Sie, was eine stille Entzündung (Silent Inflammation) ist, wie sie sich im Blut nachweisen lässt und welche Mikronährstoffe die körpereigene Entzündungsregulation unterstützen können.
Was ist eine „Silent Inflammation“ genau?
Eine stille Entzündung (Silent Inflammation) im Körper bezeichnet eine chronische, niedriggradige Aktivierung des Immunsystems. Anders als eine akute Entzündungsreaktion verläuft sie ohne klassische Entzündungszeichen wie Rötung, Schwellung, Schmerz oder Wärme.
Eine Entzündung ist normalerweise eine sinnvolle Schutzreaktion des Körpers: Nach einer Verletzung oder Infektion aktiviert das Immunsystem gezielt Abwehrzellen und Botenstoffe, um Erreger zu bekämpfen und geschädigtes Gewebe zu reparieren. Ist die Ursache beseitigt, klingt die Reaktion in der Regel von selbst wieder ab.
Eine stille Entzündung entsteht dagegen meist unabhängig von einem solchen akuten Auslöser. Andere Reize – etwa Stresshormone, Botenstoffe aus dem Fettgewebe oder eine durchlässige Darmschleimhaut (Leaky Gut) – halten das Immunsystem stattdessen dauerhaft in einem leicht aktivierten Zustand. Es bildet dadurch stetig geringe Menge entzündungsfördernde Botenstoffe.
Über Monate und Jahre kann dieser Zustand Gewebe und Gefäße belasten: Er wird mit der Entstehung zahlreicher chronischer Erkrankungen in Verbindung gebracht.
Was ist der Unterschied zwischen einer akuten und einer stillen Entzündung?
Der Unterschied zeigt sich vor allem in vier Merkmalen: Auslöser, Dauer, sichtbare Anzeichen und Verlauf.
| Akute Entzündung | Stille Entzündung | |
| Auslöser | Verletzung, Infektion – klar erkennbare Ursache | Kein akuter Auslöser, meist mehrere Faktoren gleichzeitig |
| Dauer | Stunden bis wenige Tage | Monate bis Jahre |
| Anzeichen | Rötung, Schwellung, Schmerz, Wärme | Keine typischen äußeren Zeichen |
| Verlauf | Klingt nach Beseitigung der Ursache ab | Bleibt bestehen, auch ohne akute Ursache |
Symptome: Wie merkt man eine stille Entzündung?
Eine stille Entzündung verläuft ohne die typischen sichtbaren Entzündungszeichen – das macht sie schwer zu erkennen. Die Beschwerden, die mit ihr in Verbindung gebracht werden, sind vielfältig und meist unspezifisch.
Zu den häufigsten Symptomen zählen andauernde Müdigkeit, eine verminderte Belastbarkeit, eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte, diffuse Gelenk- und Muskelbeschwerden sowie Verdauungsbeschwerden. Auch eine erschwerte Gewichtsabnahme und Stimmungsschwankungen werden im Zusammenhang mit stillen Entzündungen diskutiert.
Folgende Tabelle gibt einen Überblick über mögliche Symptome:
| Bereich | Mögliche Anzeichen |
| Allgemeines Wohlbefinden | Anhaltende Müdigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit |
| Immunsystem | Erhöhte Infektanfälligkeit, längere Erholungszeit nach Erkältungen |
| Gelenke und Muskeln | Diffuse Schmerzen, Steifigkeit ohne erkennbare Ursache |
| Verdauung | Blähungen, unregelmäßige Verdauung |
| Gewicht und Stoffwechsel | Erschwerte Gewichtsabnahme, Wassereinlagerungen |
| Psyche | Antriebslosigkeit, Stimmungsschwankungen |
Da diese Beschwerden auch bei zahlreichen Erkrankungen auftreten, lässt sich eine stille Entzündung nicht allein anhand von Symptomen feststellen. Aufschluss darüber gibt letztlich eine gezielte Labordiagnostik.
Diagnostik: Wie sich stille Entzündungen im Blut nachweisen lassen
Der wichtigste Hinweis auf eine stille Entzündung im Blut liefert der hochsensitive CRP-Wert, kurz hs-CRP, der über eine Blutuntersuchung beim Arzt bestimmt wird. Der hs-CRP-Wert macht bereits geringe Entzündungsaktivitäten sichtbar, die im normalen Blutbild nicht auffallen.
Der Körper bildet bei Entzündungsprozessen vermehrt das C-reaktive Protein (CRP) – ein sogenanntes Akute-Phase-Protein, dessen Konzentration im Blut mit der Entzündungsaktivität ansteigt. Der klassische CRP-Wert, wie er im normalen Blutbild bestimmt wird, steigt jedoch erst bei stärkeren Entzündungsprozessen deutlich an und reicht zum Nachweis einer stillen Entzündung häufig nicht aus.
Der hs-CRP-Wert wird zur Einschätzung des Herz-Kreislauf-Risikos in drei Bereiche eingeteilt:
| hs-CRP-Wert | Einordnung |
| unter 1 mg/L | niedriges Risiko |
| 1–3 mg/L | mittleres Risiko |
| über 3 mg/L | erhöhtes Risiko |
Da einzelne erhöhte Werte auch von einem akuten Infekt oder einer Verletzung stammen können, ist eine einmalige Messung nicht immer aussagekräftig. Bei auffälligen Werten kann der Arzt eine Kontrollmessung nach einigen Wochen veranlassen – besonders wichtig ist das bei zusätzlichen Risikofaktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Familie.
Die Auslöser: Woher stille Entzündungen kommen
Eine stille Entzündung entsteht selten durch eine einzelne Ursache. Meist wirken mehrere Faktoren gleichzeitig und halten das Immunsystem dauerhaft in einem leicht aktivierten Zustand. Zu den am besten untersuchten Auslösern zählen chronischer Stress, viszerales Bauchfett, eine zuckerreiche Ernährung und eine gestörte Darmbarriere – Faktoren, die eng mit dem eigenen Lebensstil zusammenhängen.
Chronischer Stress als Störfaktor der Entzündungsregulation
Bei Stress schüttet der Körper vermehrt Cortisol aus. Das Hormon wirkt unter normalen Bedingungen entzündungshemmend und sorgt dafür, dass eine Entzündung wieder abklingt, sobald die Ursache beseitigt ist.
Hält der Stress jedoch über einen längeren Zeitraum an, reagieren Immunzellen zunehmend unempfindlich auf das Cortisol-Signal – ein Zustand, der als Cortisol-Resistenz bezeichnet wird. Dadurch werden entzündungsfördernde Botenstoffe nicht mehr ausreichend durch Cortisol gebremst, und die Entzündungsaktivität im Körper bleibt dauerhaft erhöht.
Viszerales Bauchfett als stoffwechselaktives Gewebe
Fettgewebe ist kein reines Speicherorgan, sondern produziert selbst Botenstoffe, sogenannte Adipokine, die Entzündungsprozesse beeinflussen können. Viszerales Fettgewebe, das die inneren Organe im Bauchraum umgibt, ist dabei stoffwechselaktiver als Fettgewebe unter der Haut.
Bei Übergewicht bildet das Bauchfett deshalb vermehrt entzündungsfördernde Botenstoffe – gleichzeitig sinkt die Bildung von Adiponektin, einem Botenstoff mit entzündungshemmender Wirkung. Dieses Ungleichgewicht wirkt sich nicht nur auf das Fettgewebe selbst, sondern auf den gesamten Körper aus.
Zuckerreiche Ernährung als Belastung für die Blutzuckerregulation
Eine Ernährung mit einem hohen Anteil an zugesetztem Zucker und stark verarbeiteten Lebensmitteln wird in Studien mit erhöhten Entzündungsmarkern in Verbindung gebracht. Ein Grund dafür können häufige Blutzuckerspitzen sein, die mit der Zeit die Blutzuckerregulation stören: Bleibt der Blutzuckerspiegel dadurch dauerhaft erhöht, verbindet sich der überschüssige Zucker im Blut zunehmend mit Eiweißen und Fetten – es entstehen sogenannte AGEs (Advanced Glycation Endproducts). Diese Komplexe werden vom Immunsystem als Reiz für eine Entzündung erkannt.
Als ungünstige Lebensmittel für die Entzündungsregulation gelten insbesondere zuckerhaltige Getränke, Süßwaren, Weißmehlprodukte und stark verarbeitete Fertiggerichte. Ballaststoffreiche Lebensmittel, Gemüse und hochwertige Fette unterstützen dagegen die Entzündungsregulation.
Die Darmbarriere als Einfallstor für Entzündungsreize
Eine durchlässigere Darmschleimhaut (Leaky Gut) wird als Auslöser stiller Entzündungen diskutiert. Ist die Darmbarriere durchlässiger als normal, können Bestandteile von Darmbakterien vermehrt in den Blutkreislauf gelangen. Das Immunsystem erkennt diese Bakterienbestandteile als Bedrohung und reagiert mit einer anhaltenden Aktivierung von Abwehrzellen und entzündungsfördernden Botenstoffen.
Da ein Großteil des körpereigenen Immunsystems im Darm sitzt, wirkt sich eine gestörte Darmbarriere nicht nur lokal, sondern auf den gesamten Körper aus.
Antioxidantien als Zellschutz bei stillen Entzündungen
Bei Entzündungsprozessen entstehen im Körper vermehrt freie Radikale – aggressive Moleküle, die Zellstrukturen schädigen können. Bei einer akuten Abwehrreaktion ist dies sinnvoll: Immunzellen nutzen freie Radikale gezielt, um Krankheitserreger abzuwehren. Werden jedoch dauerhaft mehr freie Radikale gebildet, als der Körper neutralisieren kann, spricht man von oxidativem Stress. Oxidativer Stress kann Entzündungsprozesse zusätzlich verstärken, wodurch ein sich selbst verstärkender Kreislauf entsteht.
Der Körper verfügt über eigene Schutzmechanismen, um freie Radikale unschädlich zu machen. Auch Mikronährstoffe unterstützen diese Schutzmechanismen – dafür ist eine ausreichende Versorgung wichtig.
Vitamin C, Zink und Selen – Doppelschutz für die Entzündungskontrolle
Vitamin C, Zink und Selen wirken gemeinsam auf zwei Bereiche, die für die Entzündungskontrolle wichtig sind: sie tragen zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei sowie zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress.
- Vitamin C fängt als wasserlösliches Antioxidans freie Radikale ab und hilft dabei, bereits verbrauchte Antioxidantien wie Vitamin E wieder in ihre aktive Form umzuwandeln.
- Zink wird für die Zellteilung benötigt und ist damit wichtig für die Neubildung von Immunzellen, die bei einer Abwehrreaktion in großer Zahl gebraucht werden.
- Selen ist Bestandteil des Enzyms Glutathionperoxidase, das freie Radikale unschädlich macht und so die Zellen schützt.
Curcumin aus Kurkuma und Boswelliasäuren aus Weihrauch – aus der Forschung
Darüber hinaus werden sekundäre Pflanzenstoffe im Zusammenhang mit Entzündungsprozessen erforscht. Besonders im Fokus stehen dabei Curcumin aus der Kurkumawurzel und Boswelliasäuren aus dem Harz des Weihrauchbaums.
Forscher untersuchen, ob sie die Aktivität bestimmter Enzyme hemmen können, die an der Bildung entzündungsfördernder Botenstoffe beteiligt sind – ein Mechanismus, der insbesondere bei Gelenkbeschwerden und anderen chronisch-entzündlichen Prozessen relevant sein könnte. Daneben wird geprüft, ob die beide Pflanzenstoffe direkt freie Radikale abfangen und damit zusätzlich antioxidativ wirken können.
Curcumin und Boswelliasäuren sind jedoch nur zwei von vielen unterschiedlichen sekundären Pflanzenstoffen – dazu zählen auch Polyphenole, Flavonoide und Carotinoide, wie sie in Gemüse, Obst und Gewürzen vorkommen. Eine Ernährung mit einer möglichst großen Vielfalt an Pflanzenstoffen gilt als Basis einer antientzündlichen Ernährung – wichtiger als die gezielte Zufuhr einzelner Substanzen.
Vitamin D und seine Rolle bei der Regulation des Immunsystems
Vitamin D wirkt im Körper über einen spezifischen Rezeptor, der auf nahezu allen Immunzellen vorhanden ist. Über diesen Rezeptor beeinflusst Vitamin D die Aktivität zahlreicher Gene, die sowohl bei der Abwehr von Infekten als auch bei der Eindämmung überschießender, chronischer Entzündungsprozesse eine Rolle spielen.
Ein Vitamin-D-Mangel ist in Deutschland weit verbreitet: Aktuellen Erhebungen zufolge erreicht weniger als die Hälfte der Erwachsenen eine ausreichende Versorgung – insbesondere in den Wintermonaten. Je ausgeprägter der Mangel, desto häufiger werden in einigen Studien erhöhte Entzündungsmarker beobachtet. Daher kann es sinnvoll sein, die eigene Vitamin-D-Versorgung beim Arzt durch eine Blutuntersuchung überprüfen zu lassen.
Wie sich eine bedarfsgerechte Vitamin-D-Zufuhr in der Praxis gestaltet, zeigt der FormMed Ratgeber zur richtigen Vitamin-D-Dosierung.
Omega-3-Fettsäuren und das optimale Fettsäureverhältnis
Der Körper bildet aus Fettsäuren Botenstoffe, die Entzündungsprozesse mitregulieren. Je nachdem, ob diese Botenstoffe aus Omega-6- oder Omega-3-Fettsäuren entstehen, übernehmen sie unterschiedliche Aufgaben: Aus der Omega-6-Fettsäure Arachidonsäure bildet der Körper eher entzündungsfördernde Botenstoffe. Aus den Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA entstehen dagegen spezialisierte, entzündungsregulierende Botenstoffe – sogenannte Resolvine und Protectine.
Da beide Fettsäuren im Körper dieselben Enzyme nutzen, um in diese Botenstoffe umgewandelt zu werden, konkurrieren sie miteinander – welche Botenstoffe überwiegen, hängt also auch vom Verhältnis der beiden Fettsäuren in der Ernährung ab. Als günstig gilt ein Omega-6-zu-Omega-3-Verhältnis von etwa 4:1 oder niedriger.
Bei den meisten Menschen ist dieses Verhältnis deutlich zugunsten von Omega-6 verschoben und liegt hierzulande häufig bei 15:1 oder höher: Der Konsum von Fleisch, verarbeiteten Lebensmitteln und Pflanzenölen wie Sonnenblumenöl ist meist hoch, während gleichzeitig zu wenig EPA und DHA aus fettreichem Fisch aufgenommen werden – ein Ernährungsmuster, das sich auch bei einem Omega-3-Mangel häufig zeigt.
FormMed Tipp – vor allem bei Fischölpräparaten auf die Qualität achten
Nicht jedes Fischölpräparat liefert die gleiche Qualität: Schadstoffbelastung, Bioverfügbarkeit und der tatsächliche EPA- und DHA-Gehalt unterscheiden sich teils erheblich.
FormMed setzt bei Omegaform® 375 EPA+ auf Epax®-Fischöl, das durch ein mehrfaches Reinigungsverfahren zu den saubersten Fischölen auf dem Markt zählt und die strengen EU-Schadstoffgrenzwerte deutlich unterschreitet.
Worauf es bei der Auswahl eines Omega-3-Präparats generell ankommt, zeigt der FormMed Ratgeber zur Omega-3-Qualität.
Fazit: Stille Entzündungen erkennen und gezielt eindämmen
Eine stille Entzündung entwickelt sich häufig über Jahre unbemerkt und wird mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen in Verbindung gebracht. Anders als eine akute Entzündung verläuft sie ohne eindeutige Warnsignale – ihre Anzeichen sind unspezifisch und reichen von anhaltender Müdigkeit über eine erhöhte Infektanfälligkeit bis hin zu diffusen Gelenkbeschwerden.
Zu den häufigsten Auslösern zählen chronischer Stress, viszerales Bauchfett, eine zuckerreiche Ernährung und eine gestörte Darmbarriere. Klarheit über die tatsächliche Entzündungsaktivität liefert der hs-CRP-Wert im Blut.
Eine Anpassung des Lebensstils sowie eine gezielte Versorgung mit entzündungsrelevanten Mikronährstoffen wie Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D, Vitamin C, Zink und Selen können die körpereigene Entzündungsregulation unterstützen – im Idealfall in Abstimmung mit einer ärztlichen Diagnostik und Begleitung.
Häufig gestellte Fragen zu stillen Entzündungen
Eine stille Entzündung ist eine chronische, niedriggradige Aktivierung des Immunsystems ohne die typischen Anzeichen einer akuten Entzündung wie Rötung, Schwellung oder Schmerz. Sie verläuft über Monate oder Jahre im Hintergrund und wird mit einem erhöhten Risiko für verschiedene chronische Erkrankungen in Verbindung gebracht.
Eine stille Entzündung äußert sich meist durch unspezifische Beschwerden wie andauernde Müdigkeit, eine erhöhte Infektanfälligkeit, diffuse Gelenkschmerzen oder eine erschwerte Gewichtsabnahme. Da diese Anzeichen auch bei anderen Gesundheitszuständen auftreten, lässt sich eine stille Entzündung letztlich nur über eine Blutuntersuchung zuverlässig nachweisen – insbesondere den hs-CRP-Wert.
Akut gefährlich ist eine stille Entzündung in der Regel nicht, langfristig wird sie jedoch mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen in Verbindung gebracht. Entscheidend ist daher weniger der einzelne Wert als die langfristige Entwicklung der Entzündungsaktivität im Körper.
Ja, anhaltender Stress kann die Entzündungsregulation im Körper beeinflussen. Unter chronischem Stress reagieren Immunzellen zunehmend unempfindlich auf die entzündungshemmende Wirkung von Cortisol, sodass entzündungsfördernde Botenstoffe vermehrt aktiv bleiben.
Eine stille Entzündung der Prostata ist eine Entzündung des Prostatagewebes ohne spürbare Beschwerden. Der Fachbegriff dafür lautet asymptomatische entzündliche Prostatitis. Meist wird sie zufällig entdeckt, etwa bei einer Samenanalyse im Rahmen einer Kinderwunschabklärung oder bei einem erhöhten PSA-Wert – einem Blutwert, der zur Früherkennung von Prostataerkrankungen bestimmt wird.
Diese lokale Entzündung unterscheidet sich von der systemischen stillen Entzündung im gesamten Körper, wie sie in diesem Ratgeber beschrieben wird
Eine stille Entzündung im Kiefer ist eine chronische Entzündung des Kieferknochens oder des umliegenden Gewebes, die kaum oder keine Schmerzen verursacht. Meist entsteht sie im Bereich einer Zahnwurzel, etwa als Folge einer unbehandelten Karies oder eines abgestorbenen Zahnnervs. Da sie über längere Zeit unbemerkt bleiben kann, wird sie häufig erst zufällig auf einer Röntgenaufnahme entdeckt. Bestehen anhaltende Beschwerden im Kieferbereich, ist eine zahnärztliche Abklärung sinnvoll.
Die Ursachen liegen meist im teilweisen Durchbruch des Weisheitszahns: Eine Schleimhautkapuze bleibt über dem Zahn liegen und bietet Bakterien einen geschützten Rückzugsort. Zusätzlich erschwert die versteckte Lage im hinteren Kiefer die gründliche Reinigung dieser Stelle. Mediziner bezeichnen diese Entzündung als Perikoronitis. Sie kann zunächst kaum spürbar verlaufen, sollte aber zahnmedizinisch abgeklärt werden, da sie sich zu einer akuten, schmerzhaften Entzündung entwickeln kann.
Im Mittelpunkt steht, die zugrunde liegenden Auslöser gezielt anzugehen: weniger Zucker essen und mehr Ballaststoffe aufnehmen, das Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren ausgleichen, chronischen Stress reduzieren und ein gesundes Körpergewicht anstreben. Ergänzend können gezielt eingesetzte Mikronährstoffe wie Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D, Vitamin C, Zink und Selen die körpereigene Entzündungsregulation unterstützen.
Wie schnell Entzündungswerte sinken, hängt von der Ursache ab. Ist der Wert durch einen akuten Infekt oder eine Verletzung erhöht, sinkt er meist innerhalb weniger Tage. Liegt der erhöhte Wert dagegen an einer stillen Entzündung, dauert es länger: Wird der Lebensstil konsequent angepasst, zeigen sich erste Verbesserungen häufig nach einigen Wochen bis Monaten.
Regelmäßige Blutuntersuchungen zeigen, ob sich der Wert wie gewünscht entwickelt, und helfen, die Maßnahmen bei Bedarf anzupassen.
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