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Was sind Bitterstoffe? 

Bitterstoffe sind natürliche Pflanzenstoffe, die – wie der Name sagt – bitter schmecken. Sie kommen in vielen Kräutern, Gemüsen und Heilpflanzen vor und gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen. Bitterstoffe sind keine klassischen Mikronährstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe, erfüllen aber wichtige Funktionen im Stoffwechsel der Pflanzen. Der bittere Geschmack dient Pflanzen außerdem als Schutz vor Fraßfeinden. 


Für den Menschen sind Bitterstoffe interessant, weil sie bereits im Mund spezielle Geschmacksrezeptoren aktivieren. Diese Bitterrezeptoren sind nicht nur auf der Zunge, sondern auch im Magen-Darm-Trakt und der Leber vorhanden. Daher sind Bitterstoffe fester Bestandteil der Pflanzenheilkunde, wenn es um die Verdauung geht. 


In der heutigen Ernährung kommen Bitterstoffe allerdings oft zu kurz, da viele Lebensmittel gezielt auf einen milden Geschmack gezüchtet werden.


In welchen Lebensmitteln sind Bitterstoffe enthalten? 

Bitterstoffe kommen vor allem vor in Wildpflanzen, Kräuter und bestimmten Gemüsearten, die ihren ursprünglichen, leicht bitteren Geschmack behalten haben. 


Typische Lebensmittel mit Bitterstoffen sind: 

  • Gemüse wie Chicorée, Endivien, Radicchio, Artischocke, Rosenkohl und Grünkohl 
  • Salate wie Rucola, Löwenzahn oder Wildkräutersalate 
  • Kräuter wie Lavendel, Rosmarin, Thymian, Wermut, Enzian und Schafgarbe 
  • Gewürze wie Kurkuma, Nelke und Ingwer 
  • Kaffee, Kakao und dunkle Schokolade 

Je ursprünglicher und weniger verarbeitet ein Lebensmittel ist, desto höher ist in der Regel sein Bitterstoffgehalt.


Bitterstoffe und ihre Wirkung: warum bitter gesund ist 

Bitterstoffe aus der Ernährung spielen eine besondere Rolle, weil ihr Geschmack im Körper frühzeitig physiologische Reaktionen auslöst. Bereits auf der Zunge aktivieren sie spezielle Bitterrezeptoren, die Signale an den Verdauungstrakt und die Leber weiterleiten. Dadurch werden Prozesse angestoßen, die den Körper auf die Nahrungsaufnahme vorbereiten und die Verdauung anregen. 


In der Forschung wird außerdem untersucht, ob Bitterstoffe eine Wirkung auf Appetit, Essverhalten und Heißhunger haben und somit das Abnehmen unterstützen könnten.

Häufig gestellte Fragen zu Bitterstoffen

Wofür sind Bitterstoffe gut?

Zu den möglichen Effekten von Bitterstoffen wird aktiv geforscht. Im Fokus steht dabei das Bitterrezeptorsystem: Wissenschaftler untersuchen, ob Bitterstoffe über Rezeptoren auf der Zunge und im Darm Einfluss auf Verdauungsprozesse nehmen könnten – darunter auf die Speichelbildung, den Gallenfluss und die Appetitregulation.

Welche Bitterstoffe sind die besten?

Den besten Bitterstoff gibt es nicht. Verschiedene Pflanzenstoffe werden in der Forschung mit unterschiedlichen Schwerpunkten untersucht. Zu den bekanntesten und am intensivsten erforschten Bitterpflanzen zählt unter anderem Artischocke mit dem Bitterstoff Cynarin. 

Wie bei einer abwechslungsreichen Ernährung gilt auch meistens bei Präparaten mit Bitterstoffen: Eine Kombination verschiedener Bitterpflanzen ist einer einzelnen Quelle in der Regel vorzuziehen.

Welche Lebensmittel enthalten viele Bitterstoffe?

Besonders reich an Bitterstoffen sind Chicorée, Rucola, Artischocken, Radicchio, Rosenkohl, Wirsing, Löwenzahn, Wermut, Salbei, Grapefruit und Walnüsse.

Was ist besser: Bitterstoff-Kapseln oder -Tropfen?

Das hängt von den persönlichen Vorlieben ab. Tropfen sind häufig alkoholbasiert, da Alkohol als Lösungsmittel für Bitterstoffextrakte dient – sie entfalten den Bittergeschmack direkt auf der Zunge und sprechen so die Bitterrezeptoren im Mundraum unmittelbar an. 

Kapseln sind in der Regel alkoholfrei, einfach in der Handhabung und werden ohne bitteren Eigengeschmack mit Wasser eingenommen – eine Option für alle, die Alkohol meiden oder den Bittergeschmack nicht schätzen.

Wie werden Bitterstoffe eingenommen?

Bitterstoff-Präparate werden in der Regel zu den Mahlzeiten eingenommen und über den Tag verteilt. Die genaue Dosierung ist abhängig vom jeweiligen FormMed Präparat.

Wie oft und wann am Tag sollten Bitterstoffe eingenommen werden?

Als Nahrungsergänzungsmittel werden Bitterstoffe in der Regel zwei- bis dreimal täglich eingenommen – jeweils zu den Mahlzeiten, also zu Frühstück, Mittagessen und Abendessen.

Wie lange können Bitterstoffe eingenommen werden?

Bitterstoffe können regelmäßig oder als Kur über vier bis acht Wochen eingenommen werden.

Wann sollten Bitterstoffe nicht eingenommen werden?

Bei Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren, akuter Gastritis, Gallensteinen, akutem Durchfall und Erbrechen sollte auf Bitterstoffe verzichtet werden. Gleiches gilt in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei bekannten Allergien gegen die entsprechenden Pflanzen wie Korbblütler, zu denen unter anderem Artischocke gehört. Bei bestehender Medikamenteneinnahme empfiehlt sich vorab eine ärztliche Rücksprache.