Homocystein – was ist das?
Homocystein ist eine schwefelhaltige Aminosäure, die im Körper als Zwischenprodukt des Eiweißstoffwechsels anfällt. Es entsteht beim Abbau der Aminosäure Methionin, die mit eiweißreichen Lebensmitteln aufgenommen wird.
Im gesunden Stoffwechsel wird Homocystein normalerweise rasch weiterverarbeitet. Dafür benötigt der Körper B-Vitamine – insbesondere Folsäure (Vitamin B9), Vitamin B6 und Vitamin B12. Sind diese Vitamine ausreichend vorhanden, gewährleistet dies einen normalen Homocysteinstoffwechsel.
Homocystein erhöht – was bedeutet das?
Erhöhte Homocysteinwerte im Blut werden in der Medizin als Hyperhomocysteinämie bezeichnet. Sie weisen darauf hin, dass der Abbau von Homocystein im Körper nicht optimal abläuft.
Eine häufige Ursache ist ein Mangel an Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12. Diese Vitamine sind notwendig, um Homocystein in andere Aminosäuren umzuwandeln. Fehlen sie, kann sich Homocystein im Blut anreichern.
Darüber hinaus können genetische Faktoren, bestimmte Erkrankungen, Medikamente oder eine eingeschränkte Stoffwechselfunktion dazu beitragen, dass Homocystein erhöht ist – und auch Stress wird in diesem Zusammenhang diskutiert.
Erhöhte Homocysteinwerte sind keine eigenständige Krankheit, sondern ein Hinweis auf eine Stoffwechselveränderung, die weiter abgeklärt werden sollte. Wissenschaftler untersuchen, welche Zusammenhänge zwischen Homocystein und Gesundheit bestehen – insbesondere für Herz und Blutgefäße.
Welche Lebensmittel erhöhen den Homocysteinspiegel?
Der Homocysteinspiegel wird nicht direkt durch einzelne Lebensmittel erhöht, sondern entsteht im Körper beim Abbau der Aminosäure Methionin. Methionin ist Bestandteil von eiweißreichen Lebensmitteln – vor allem von:
- Fleisch und Wurstwaren
- Fisch und Meeresfrüchten
- Eiern
- Milch und Milchprodukten
- Eiweißreichen Getreideprodukte und Hülsenfrüchten
Diese Lebensmittel erhöhen den Homocysteinspiegel nicht automatisch. Entscheidend ist auch weniger ihr Methionin-Gehalt, sondern wie gut der Körper Homocystein weiterverarbeiten kann und unter anderem mit B-Vitaminen versorgt ist.
Homocystein-Blutwert: wann ist er zu hoch?
Die Referenzbereiche für die Homocysteinwerte sind in folgender Tabelle dargestellt:
| Homocystein im Blut | Einordnung |
| unter 10 µmol/l | normaler Bereich |
| 10 bis 15 µmol/l | leicht erhöht |
| 15 bis 30 µmol/l | erhöht |
| über 30 µmol/l | deutlich erhöht |
Zur Bestimmung des Homocystein-Blutwerts wird das Plasma analysiert. Die Untersuchung erfolgt meist nüchtern – das heißt mit ausreichend Abstand zur letzten Mahlzeit, um den Wert nicht zu verfälschen.
Wann sollte man Homocystein bestimmen?
Der Homocysteinwert dient als Marker für den Aminosäure- und B-Vitamin-Stoffwechsel. Eine Messung kann vor allem sinnvoll sein, wenn Hinweise auf eine schlechte Versorgung mit Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12 bestehen.
Weitere Situationen, bei denen Ärzte zu einer Homocystein-Bestimmung raten, können sein:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Thrombose
- Nervenerkrankungen wie Alzheimer
- Psychische Erkrankungen
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Vegane oder vegetarische Ernährung
Was kostet eine Blutuntersuchung für Homocystein?
Die Bestimmung des Homocysteinwertes ist keine Standardleistung der gesetzlichen Krankenkassen. Daher müssen Patienten die Kosten in der Regel selbst tragen.
Die reinen Laborkosten liegen etwa bei 20 bis 40 Euro. Je nach Arztpraxis oder Labor können zusätzlich Kosten für die Blutentnahme und die ärztliche Beratung anfallen.