Gesund altern: Was bedeutet Longevity
Altern und dabei fit, gesund und leistungsfähig bleiben: das wünschen sich viele Menschen. Aus diesem Grund rückt der Begriff „Longevity“ immer stärker in den Fokus. Er kommt aus dem Englischen und wird mit „Langlebigkeit“ übersetzt.
Beim Thema Longevity geht es jedoch nicht nur um die maximale Lebensspanne und die Anzahl der Lebensjahre, sondern auch um die Lebensqualität. Entscheidend ist, wie gesund, aktiv und selbstständig Menschen bis ins hohe Alter bleiben – sowohl körperlich als auch geistig.
Warum wir altern: Ursachen und Risikofaktoren
Im Körper laufen viele Mechanismen unbemerkt ab, weshalb sich der Alterungsprozess nicht auf eine Ursache zurückführen lässt. Altern ist in erster Linie ein ganz normaler biologischer Vorgang, der bei manchen Menschen schneller und bei anderen etwas langsamer abläuft.
Zu den Mechanismen, die zum Altern beitragen, gehören unter anderem:
- zelluläre Schäden, beispielsweise durch UV-Strahlung, Stress, freie Radikale oder Stoffwechselprozesse
- verminderte Zellteilung
- chronische Entzündungen (Silent Inflammation)
- hormonelle Veränderungen
- Veränderungen des Energiehaushaltes infolge mitochondrialer Prozesse
- genetische Faktoren
Neben diesen natürlichen, altersbedingten Vorgängen gibt es auch bestimmte Risikofaktoren, die das Altern beeinflussen können. Hierzu gehören nicht nur Umweltfaktoren – auch kann der Lebensstil eine Rolle im Alterungsprozess spielen wie
- mangelnde Bewegung
- ungesunde, unausgewogene Ernährung
- Genussmittel wie Nikotin und Alkohol
- chronischer Stress
- Umweltbelastungen
- schlechter Schlaf
Was sind die wichtigsten Anzeichen des Alterns?
Sobald wir älter werden, macht sich dies durch verschiedene Alterserscheinungen bemerkbar. Dabei nehmen wir vor allem die äußeren Anzeichen des Alterns wahr: Die Haut wird trockener und faltiger und verliert allmählich an Spannkraft. Mit der Zeit kann sie insgesamt dünner wirken und von Veränderungen geprägt sein wie Muttermalen oder Altersflecken. Auch die Haare verändern sich: Sie werden im Laufe des Lebens grau und verlieren an Volumen.
Ein weiteres Anzeichen des Alterns ist, dass die Muskelmasse und Knochendichte abnehmen und die körperliche Fitness im Alter nachlässt. Dies kann sich zum Beispiel durch eine verminderte Ausdauer, eine nachlassende Muskelkraft oder ein erhöhtes Verletzungsrisiko infolge von Stürzen oder ungewohnten Belastungen zeigen. Auch kann das Risiko für Osteoporose steigen – vor allem bei Frauen in den Wechseljahren. Hinzu kommt, dass das Immunsystem etwas träger reagiert, sodass Infekte länger anhalten können.
Alterungsprozess verlangsamen mit diesen Tipps
Gänzlich stoppen lässt sich der Alterungsprozess zwar nicht. Man kann jedoch mit gezielten Maßnahmen dazu beitragen, gesund zu altern und die geistige und körperliche Fitness möglichst lange zu erhalten. Wichtig ist, Faktoren zu meiden, die das Altern beschleunigen können, und solche zu fördern, die den Alterungsprozess verlangsamen.
Die folgenden Tipps zeigen, mit welchen Maßnahmen man dazu beitragen kann.
1. Gesunde Ernährung
Die Ernährung ist einer der wichtigsten Faktoren für gesundes Altern. Sie sollte an den Kalorienbedarf angepasst sein, um einer Gewichtszunahme vorzubeugen. Für viele Menschen hat sich die Mittelmeerdiät bewährt: Sie basiert auf viel frischem Gemüse und Obst, Olivenöl, Nüssen, Samen, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten. Fisch, Fleisch und Milchprodukte werden nur in Maßen verzehrt. Eine größtenteils pflanzenbasierte Ernährung liefert viele essenzielle Nährstoffe, gesunde Fette, Proteine und Ballaststoffe, die nicht nur im Alter, sondern grundsätzlich eine wichtige Rolle spielen.
Eine gesunde Ernährung bedeutet auch, den Zuckerkonsum und den Anteil an ungesunden Fetten zu reduzieren – dazu gehören gesättigte Fettsäuren und Transfette. Diese sind vor allem enthalten in fettreichen Wurst- und Käsesorten, Schweinefleisch, frittierten Lebensmitteln und Fast Food.
2. Regelmäßige Bewegung
Regelmäßige Bewegung ist wichtig – vor allem mit zunehmendem Alter. Sie trägt dazu bei, die Muskelkraft und die Beweglichkeit zu erhalten und einem Muskel- und Knochenschwund vorzubeugen. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, sich so oft wie möglich zu bewegen, am besten an der frischen Luft.
Derzeit geht man davon aus, dass ein gezieltes Kraft- und Ausdauertraining besonders wirksam sein kann, um die körperliche Leistungsfähigkeit zu erhalten.
3. Auf guten Schlaf achten
Ausreichend und guter Schlaf bietet viele Vorteile, um gesund zu altern. Er trägt zur Regeneration und Stressreduktion bei und kann so helfen, die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit zu erhalten und das Immunsystem zu unterstützen.
Das Schlafbedürfnis ist bei jedem Menschen individuell und kann mit zunehmendem Alter etwas abnehmen. Für eine optimale Regeneration gelten jedoch sieben bis neun Stunden Schlaf als angemessen. Die Schlafqualität lässt sich schon mit kleinen Maßnahmen steigern, etwa durch
- regelmäßige Schlafenszeiten für einen stabilen Tag-Nacht-Rhythmus
- ein ruhiges, gut durchgelüftetes Schlafzimmer
- Verdunklungsrollos oder Vorhänge
- Entspannungsrituale wie ein warmes Bad, ruhige Musik oder Meditation
Blaues Licht von Smartphones und Laptops kann den Schlaf stören. Daher ist es sinnvoll, diese Geräte nicht direkt vor dem Schlafengehen zu nutzen.
4. Stress reduzieren
Chronischer Stress belastet auf Dauer nicht nur den Körper, sondern auch die Psyche. Um gesund zu altern, kann es daher hilfreich sein, Stress zu reduzieren – beispielsweise durch Spaziergänge an der frischen Luft, regelmäßigen Sport, Meditation, Achtsamkeitsübungen, autogenes Training oder Atemübungen.
5. Soziale Kontakte pflegen
Man vermutet, dass soziale Kontakte in Bezug auf Langlebigkeit und Lebensqualität förderlich sind. Viele Menschen verbringen daher bewusst mehr Zeit mit der Familie oder Freunden, um sich auszutauschen oder etwas gemeinsam zu unternehmen. Dies stärkt auch die geistige Fitness.
Antiaging-Ernährung: Welche Nährstoffe können den Alterungsprozess verlangsamen?
Derzeit wird vermutet, dass einige Nährstoffe den natürlichen Alterungsprozess im Rahmen einer abwechslungsreichen Ernährung unterstützen können. Hierzu gehören unter anderem Vitamine, Proteine, sekundäre Pflanzenstoffe und andere Nährstoffe – zum Beispiel