Was ist Glutamin?
Glutamin (auch L-Glutamin) ist eine Aminosäure, die im Körper in besonders hoher Menge vorkommt – vor allem in der Muskulatur und in den Zellen im Darm. Sie dient unter anderem als Baustein für Eiweiße.
Der Körper kann Glutamin grundsätzlich selbst bilden. In bestimmten Situationen ist die Menge jedoch nicht ausreichend – etwa bei starker körperlicher Belastung oder bei schweren Krankheiten. Deshalb zählt Glutamin zu den semi-essenziellen Aminosäuren.
Zusätzlich wird Glutamin über die Ernährung aufgenommen.
Glutamin-Gehalt in Lebensmitteln
Glutamin kommt natürlicherweise in vielen eiweißreichen Lebensmitteln vor – sowohl in tierischen als auch in pflanzlichen. Dazu gehören Fleisch und Fisch, Milchprodukte, Hülsenfrüchte sowie Nüsse. Da Glutamin hitzeempfindlich ist, sinken die Gehalte durch das Kochen.
Wichtige glutaminreiche Lebensmittel sind in folgender Tabelle aufgelistet:
| Lebensmittel | Gehalt pro 100 Gramm |
| Sojabohnen | 6.500 mg |
| Gouda | 6.200 mg |
| Erdnüsse | 5.500 mg |
| Linsen | 4.500 mg |
| Camembert | 4.500 mg |
| Schinken | 4.000 mg |
| Thunfisch | 3.500 mg |
| Walnüsse | 3.100 mg |
Aufgaben von Glutamin
Körpereigenes Glutamin hat wichtige Wirkungen:
- Muskulatur: Glutamin ist eine der am häufigsten vorkommenden Aminosäuren im Muskel und dient dort als Eiweiß-Baustein. Eiweiße sind wiederum wichtig für den Muskelaufbau.
- Immunsystem: Viele Immunzellen nutzen Glutamin als Energiequelle – vor allem in Phasen erhöhter Belastung.
- Säure-Basen-Haushalt: Glutamin dient zur Bildung bestimmter Verbindungen, die an der Regulation des Säure-Basen-Haushalts beteiligt sind.
Glutamin – Wirkung und Bedeutung für den Darm
Glutamin spielt im Darm eine besondere Rolle, weil die Zellen der Darmschleimhaut große Mengen dieser Aminosäure nutzen. Glutamin aus der Ernährung dient ihnen als wichtige Energie- und Baustoffquelle.
Eine gesunde Darmschleimhaut trägt dazu bei, dass:
- die Barriere zwischen Darm und Körper stabil bleibt,
- ein ausgeglichenes Umfeld für die Darmflora bestehen kann und
- normale Regenerationsprozesse im Darmgewebe ablaufen können.
Glutamin wirkt dabei indirekt auf die Darmflora: Es hilft, die Umgebung zu erhalten, in der nützliche Darmbakterien sich wohl fühlen. Dadurch unterstützt Glutamin Prozesse, die für einen gesunden Darm wichtig sind.
L-Glutamin-Mangel: Ursachen und Symptome
Ein L-Glutamin-Mangel entsteht selten allein durch die Ernährung, da der Körper die Aminosäure selbst bilden kann. In einigen Situationen kann der Glutamin-Bedarf jedoch stark erhöht sein, sodass die körpereigene Produktion zeitweise nicht genügt.
Mögliche Ursachen sind:
- intensive körperliche Belastung wie im Leistungssport
- Stress
- zu geringe Eiweißzufuhr
- Phasen erhöhter Stoffwechselaktivität, etwa bei Krankheiten
Symptome für einen L-Glutamin-Mangel sind:
- Müdigkeit oder verringerte Belastbarkeit
- verzögerte Regeneration nach körperlicher Anstrengung
- allgemeine Schwächegefühle
- veränderter Appetit
Diese Anzeichen sind jedoch nicht eindeutig einem Glutamin-Mangel zuzuordnen. Bei anhaltenden Symptomen sollte die Ursache daher immer ärztlich geklärt werden.