Was ist Arginin?
Arginin (auch L-Arginin) ist eine Aminosäure, die der Körper für den Aufbau von Eiweißen benötigt. Als Grundbaustein ist sie in vielen Bereichen von Bedeutung – insbesondere für die Muskulatur sowie Enzyme und Hormone.
Der Körper kann Arginin grundsätzlich selbst bilden, jedoch wird es auch über die Ernährung aufgenommen. In einigen Situationen – etwa bei bestimmten Erkrankungen, während des Wachstums oder bei starker körperlicher Belastung – kann es zu einem erhöhten Bedarf an Arginin kommen. Arginin gehört deshalb zu den semiessenziellen Aminosäuren.
Was ist Citrullin?
Citrullin (auch L-Citrullin) ist ebenfalls eine Aminosäure, die eine wichtige Rolle für den Stoffwechsel spielt. Sie ist nicht essenziell – das heißt, der Körper kann sie selbst bilden und muss sie daher nicht zwangsläufig über die Ernährung aufnehmen.
Körpereigenes Citrullin dient als Vorstufe von Arginin. Beide Aminosäuren sind wiederum für die Bildung des Botenstoffs Stickstoffmonoxid (NO) notwendig. Dieser körpereigene Stoff erweitert die Blutgefäße und trägt so zu einer besseren Durchblutung bei.
Arginin-Gehalt in Lebensmitteln
Arginin kommt in vielen pflanzlichen und tierischen eiweißreichen Lebensmitteln vor – vor allem in Sojabohnen, Nüssen und Samen sowie in Puten- und Rindfleisch.
Wichtige argininreiche Lebensmittel sind in folgender Tabelle aufgelistet:
| Lebensmittel | Gehalt pro 100 g |
| Gelatine | 7.450 mg |
| Kürbiskerne | 5.140 mg |
| Sojamehl | 3.200 mg |
| Putenbrust | 2.225 mg |
| Kalbsschnitzel | 1.990 mg |
Citrullin-Gehalt in Lebensmitteln
Anders als Arginin kommt Citrullin ausschließlich in pflanzlichen Lebensmitteln vor. Namensgebend für die Aminosäure ist die Wassermelone (Citrullus lanatus) – sie hat den höchsten Gehalt an Citrullin. Die tatsächliche Menge kann jedoch je nach Reife und Lagerung variieren.
Wichtige citrullinreiche Lebensmittel sind in folgender Tabelle aufgelistet:
| Lebensmittel | Gehalt pro 100 g |
| Wassermelone | 210 bis 285 mg |
| Zucker- oder Honigmelone | 20 bis 90 mg |
| Kürbis | 10 bis 50 mg |
| Gurke | 20 bis 30 mg |
| Zucchini | 4 bis 9 mg |
Arginin und Citrullin: Wirkung und Bedeutung für den Körper
Körpereigenes Arginin und Citrullin sind an zahlreichen Prozessen beteiligt. So tragen die Aminosäuren beispielsweise zur Bildung von Stickstoffmonoxid (NO) bei. Der Botenstoff unterstützt die Weitstellung der Blutgefäße und somit die Durchblutung. Deshalb werden Arginin und Citrullin häufig im Zusammenhang mit dem Blutdruck erwähnt.
Darüber hinaus sind die Aminosäuren wichtige Bestandteile des Eiweißstoffwechsels. So kann Arginin zusammen mit den beiden Aminosäuren Citrullin und Ornithin den Abbau von Ammoniak im Harnstoffzyklus unterstützen.
Aktuell wird unter anderem wissenschaftlich untersucht, ob sich die Wirkung von Arginin und Citrullin bei Männern und Frauen unterscheidet und ob L-Arginin für ältere Menschen eine besondere Bedeutung hat.
Arginin- und Citrullin-Mangel: Symptome und Ursachen
Mögliche Defizite sind oft subjektiver Natur und lassen sich daher nicht eindeutig auf einen Arginin- beziehungsweise Citrullin-Mangel zurückführen. Die Symptome können zum Beispiel denen eines allgemeinen Eiweißmangels ähneln – darunter Wundheilungsstörungen und häufige Infekte. Eine mögliche Unterversorgung sollte daher immer ärztlich abgeklärt werden. Ein Bluttest gibt in der Regel Auskunft.
Auch wenn der Körper die Aminosäuren selbst bildet, kann es in bestimmten Situationen zu einem erhöhten Bedarf kommen. Mögliche Ursachen sind unter anderem:
- einseitige Ernährung
- intensive körperliche Belastungen wie Sport
- zunehmendes Alter
- chronische Erkrankungen
Da der Darm an der Bildung von Citrullin beteiligt ist, können außerdem Veränderungen der Darmflora Einfluss auf die körpereigene Citrullin-Bildung nehmen.