Was passiert im weiblichen Zyklus?
Der Zyklus einer Frau ist ein wiederkehrender biologischer Kreislauf, der aus vier aufeinanderfolgenden Phasen besteht und die fruchtbaren und nicht-fruchtbaren Phasen einer Frau beschreibt. Er setzt mit der ersten Regelblutung (Menarche) in der Pubertät ein und endet mit dem Ausbleiben der Menstruation in den Wechseljahren.
Der gesamte Menstruationszyklus einer Frau wird von einem komplexen Zusammenspiel verschiedener Hormone beeinflusst, die unter anderem in der Hirnanhangsdrüse, dem Hypothalamus und den Eierstöcken gebildet werden. Der weibliche Zyklus kann unterschiedlich lang sein, in der Regel dauert er jedoch zwischen 21 und 35 Tagen.
Ziel des Zyklus bei der Frau ist, den weiblichen Körper jeden Monat auf eine mögliche Schwangerschaft vorzubereiten. Während des weiblichen Zyklus kommt es daher zu einer ständigen Veränderung der Gebärmutterschleimhaut. Sie baut sich jeden Monat auf, um eine befruchtete Eizelle aufzunehmen. Bleibt die Befruchtung aus, wird die Schleimhaut im Zuge der Regelblutung wieder abgestoßen und ein neuer Zyklus beginnt.
Wie ist der Ablauf des Menstruationszyklus?
Der Zyklus einer Frau verläuft in vier Phasen, beginnend mit dem Einsetzen der Regelblutung.
Zu den 4 Phasen des weiblichen Zyklus gehören die:
- Menstruation
- Follikelphase
- Ovulationsphase (Eisprung)
- Lutealphase
Diese Phasen werden von einem komplexen Zusammenspiel verschiedener Hormone gesteuert – aber wie laufen sie genau ab?
1. Phase des weiblichen Zyklus: Menstruation
Beginn des Zyklus ist die Menstruation. In dieser ersten Phase des Menstruationszyklus stößt der Körper die oberste Schicht der Gebärmutterschleimhaut ab. Diese wird zusammen mit etwa 50 bis 150 Milliliter Blut über die Scheide ausgeschieden. Die Regelblutung dauert in der Regel zwischen 3 und 7 Tagen und wird oft von typischen weiblichen Zyklus-Symptomen begleitet. Diese können schon Tage vor der Regel einsetzen – auch bekannt als prämenstruelles Syndrom (PMS). Typische Beschwerden sind Stimmungsschwankungen, Brustspannen, Kopfschmerzen und Reizbarkeit.
2. Zyklusphase: Follikelphase
Die zweite weibliche Zyklus-Phase ist die Follikelphase. Angeregt durch einen kontinuierlichen Anstieg des Östrogenspiegels baut der Körper in dieser Phase die Gebärmutterschleimhaut für eine mögliche Einnistung einer Eizelle auf. Die Phase dauert etwa bis zur Mitte des Zyklus. Neben dem Hormon Östrogen schüttet der Organismus ein weiteres wichtiges Hormon für den Zyklus aus: Das sogenannte Follikel-stimulierende Hormon (FSH) wird in der Hirnanhangsdrüse gebildet und sorgt dafür, dass in den Eierstöcken mehrere Eibläschen (Follikel) heranreifen. Im Zuge dessen steigt der FSH-Spiegel immer weiter an und unterstützt den Körper dabei, das größte Eibläschen für eine mögliche Befruchtung auszuwählen.
3. Zyklusphase einer Frau: Ovulationsphase (Eisprung)
Mit der Ovulationsphase folgt die dritte und eine der wichtigsten Phasen des weiblichen Zyklus. In dieser Phase kommt es neben einem Östrogen- und FSH-Anstiegs auch zu einer erhöhten Ausschüttung des Luteinisierenden Hormons (LH) durch die Hirnanhangsdrüse. Dieses Hormon löst den Eisprung aus. Sobald das reife Ei freigesetzt wird, wandert es in den Eileiter, wo es innerhalb von 12 bis 24 Stunden befruchtet werden kann.
4. Phase des weiblichen Zyklus: Lutealphase
Anschließend folgt die Lutealphase, die vierte Zyklusphase der Frau. Die Dauer reicht etwa vom 15. bis zum 28. Tag des Zyklus. In dieser Phase wandelt der Körper den Follikel in einen Gelbkörper um. Dieser Gelbkörper produziert das Gelbkörperhormon Progesteron. Es sorgt während des weiblichen Zyklus dafür, dass die Gebärmutter auf eine mögliche Schwangerschaft vorbereitet wird. Nicht nur die Gebärmutterschleimhaut verdickt sich, auch trägt das Hormon zu einer gesteigerten Durchblutung bei. Außerdem gibt Progesteron den Eierstöcken das Signal, kein weiteres Ei freizusetzen. Wird das Ei befruchtet, nistet es sich in der Gebärmutter ein. Bleibt die Befruchtung aus, baut der Körper den Gelbkörper wieder ab. In der Folge kommt es zu einem starken Abfall der Progesteron- und Östrogenwerte. Mit Einsetzen der Periode beginnt der weibliche Zyklus schließlich von Neuem.
Ernährung im weiblichen Zyklus
Eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung bildet in jeder Phase des Zyklus die Grundlage für ein gutes Wohlbefinden. Es geht nicht darum, strikte Ernährungsregeln zu befolgen, sondern den Körper gezielt mit den Nährstoffen zu unterstützen, die in der jeweiligen Phase besonders relevant sein können.
Menstruation: Da der Körper während der Blutung Eisen verliert, sind eisenreiche Lebensmittel wie grünes Blattgemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte besonders wertvoll. Leicht verdauliche Kost wie gedünstetes Gemüse und Suppen kann das Wohlbefinden unterstützen. Magnesiumreiche Lebensmittel wie Nüsse und Samen können ebenfalls für eine normale Muskelfunktion hilfreich sein.
Follikelphase: In der Phase nach der Menstruation, in der eine Eizelle heranreift, können frisches Obst und Gemüse, hochwertige Proteine und komplexe Kohlenhydrate den Körper unterstützen.
Ovulationsphase: Rund um den Eisprung setzen viele Frauen auf antioxidantienreiche Lebensmittel wie Beeren und grünes Blattgemüse sowie ausreichend Ballaststoffe.
Lutealphase: In der Phase vor der Menstruation steigt häufig der Appetit. Vollkornprodukte, Proteine und hochwertige Fette helfen, den Körper in dieser energiereichen Phase zu versorgen.
Welche Vitamine und Pflanzenstoffe sind wichtig für den Zyklus?
Bestimmte Mikronährstoffe können den Körper während des Zyklus gezielt unterstützen:
- Magnesium – trägt zu einer normalen Muskelfunktion und Zellteilung bei
- Eisen fördert die Bildung von roten Blutkörperchen und Hämoglobin; besonders relevant während der Menstruation
- Vitamin B6 und B12 – unterstützen Blutbildung und Energiestoffwechsel
- Vitamin C – trägt zum Schutz vor oxidativem Stress und zur normalen Immunfunktion bei
- Zink – unterstützt eine normale Fruchtbarkeit und Reproduktion
Darüber hinaus werden verschiedene Pflanzenstoffe und Extrakte von Frauen geschätzt – darunter Mönchspfeffer, Frauenmantel, Schafgarbe, Grüntee-EGCG und Curcumin.